Josef Jurdak

Schneidergehilfe. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1899    † 1943

 

Lebenslauf

Josef Jurdak wurde am 15.1.1899 in Wien geboren. Er arbeitete als Schneidergehilfe. Von 1916- 1918 war er als Arbeiter in der Wöllersdorfer Munitionsfabrik tätig. 1923 trat er der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreich, und 1927 der freien Gewerkschaft der Bekleidungsarbeiter bei, wo er als Obmann fungierte.

Bezirksobmann der KPÖ Favoriten

Josef Jurdak war von 1940 bis 1941 Bezirksobmann der KPÖ in Wien-Favoriten.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 23. 7. 1941 wurde Josef Jurdak verhaftet und am 1. 10. 1942 gemeinsam mit Anton Dobiáš, Franz Stampfl, Viktor Mrnustik, Josef Meslinger und Alois Picher­ (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 7.1.1943 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„Der Angeklagte Jurdak kam im März oder April 1940 durch Vermittlung eines Gesinnungsgenossen mit dem kommunistischen Funktionär Leopold Mayer (Ernst) zusammen, der den Aufbau des Bezirks Favoriten der KPÖ organisierte und diesen in drei Rayone untergliederten Bezirk leitete. Er trat der KP als Mitglied bei und zahlte bis zu seiner Verhaftung einen monatlichen Beitrag von 1. – RM. Nachdem Jurdak in vier bis fünf Zusammenkünften von Mayer mit dem Aufbau der KP-Organisation vertraut gemacht worden war, übernahm er ab etwa Mai 1940 die Leitung des Rayons II. Er stellte durch Mayer nach und nach die Verbindung zu den Funktionären der diesem Rayon angeschlossenen Betriebszellen der Steyr-Werke, der Austria-Brotwerke [Ankerbrot], der Metallwarenfabrik Gebauer & Lerner, der Drahtgitterfabrik Hutter & Schrantz, der Metallwarenfabrik Wertheim & Co, der Schokoladefabrik Heller und der Tonwarenfabrik Wienerberg her.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Porträtbild: Willi Weinert oder Wiener Stern Verlag
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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